STELLENANZEIGE SCHALTEN
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3 Fehler in Ihrer Stellenanzeige, die zu einer Klage führen können

Geschrieben von Malte

Seit 2006 gilt in Deutschland das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, das die Diskriminierung in jeglicher Form verhindern soll. Besonders für Personaler ergeben sich dadurch Gefahren: Simple Verstöße, beispielsweise in Stellenanzeigen, ziehen empfindliche Strafen nach sich. Dabei lassen sich solche Fehler mit einfachen Praxis-Tipps leicht umgehen.

Klagen vermeiden

AGG - Die Grundlage der meisten Klagen

Gründe für rechtliche Klagen sind vielfältig. Bei Klagen gegen eine Stellenanzeige ist die Grundlage in den meisten Fällen das Allgemeine Gleichberechtigungsgesetz. Ziel dieses Gesetzes ist es, eine »Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität« zu verhindern oder zu beseitigen. Auch in einer Stellenanzeige darf dieser Grundsatz des AGGs auf keinen Fall ignoriert werden. Was aber heißt das genau für die Praxis?

Fehler #1: Diskriminierung im Stellenanzeigentitel - (m/w/d)

Der Stellenanzeigen-Titel ist das Aushängeschild einer Stellenanzeige - und gleichzeitig Ziel vieler Klagen. Weshalb ist schnell erklärt: Früher wurde mit einer Stellenanzeige beispielsweise ein »Manager«, gesucht. Seit 2006 gilt in Deutschland allerdings das AGG und jegliche Diskriminierung ist damit gesetzlich verboten. Seitdem musste daher dem Ausschreibungstitel »Manger« ein »(m/w)« hinzugefügt werden.

Seit Januar 2019 hat sich dies erneut geändert: Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, muss auch das dritte Geschlecht »divers« als Kürzel im Stellentitel erscheinen. Der AGG-konforme Titel heißt jetzt »Manager (m/w/d)«. Aber nicht nur aus Schutz vor einer Klage ist zu diesem Zusatz im Stellentitel zu raten. Die Einbindung von (m/w/d) symbolisiert außerdem eine generelle Offenheit Ihres Unternehmens an talentierten Mitarbeitern unabhängig vom Geschlecht – damit können Sie als Unternehmen vor allem bei der Generation Y punkten.

Fehler #2: Diskriminierung durch Tabu-Wörter

Nicht nur im Titel der Stellenanzeige besteht Diskriminierungs- und damit Klagegefahr, sondern auch in der Stellenanzeige selbst. Hier sollten Sie bestimmte Wörter und Phrasen meiden, die bestimmte Gruppen von Menschen ansprechen oder gezielt ausschließen. So dürfen Sie beispielsweise in Ihrer Stellenanzeige keine Altersobergrenze für Bewerber nennen oder Phrasen wie “Unser junges Team sucht…” nutzen. Auch Anforderungen wie “christliche Werte” sind tabu und sogenannten Tendenzbetrieben (https://de.wikipedia.org/wiki/Tendenzbetrieb) vorbehalten. Dazu zählen zum Beispiel Unternehmen in kirchlicher Trägerschaft. Ebenfalls raten wir von Anforderungen wie “Körperlich fit” ab, um Menschen mit körperlichen und geistigen Handicaps nicht auszuschließen und auch das Adjektiv »heimatverbunden« sollte Sie mit großer Vorsicht einsetzen. Beschreiben Sie stattdessen lieber die Aufgaben und Verantwortlichkeiten, die ein zukünftiger Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen haben wird und machen Sie klar, was genau Sie von ihrem Wunschkandidaten erwarten.

Fehler #3: Diskriminierung in Bewerbungsformular und Bewerbungsbestätigung

Sind Ihr Stellentitel und Ihre Stellenanzeige AGG konform, sollten Sie als drittes Ihr Bewerbungsformular auf mögliche Diskriminierende Elemente untersuchen. (→ Was ist eigentlich ein Bewerbungsformular? Hier erfahren Sie mehr! LINK) Achten Sie beispielsweise darauf, dass Bewerberinnen und Bewerber nicht nur die Anrede »Herr« oder »Frau« auswählen können, sondern auch »Divers« oder »Keine Angabe«. Das schützt Sie nicht nur vor möglichen Klagen, sondern bringt Ihnen auch wichtige Sympathiepunkte ein, die Sie positiv von anderen attraktiven Arbeitgebern unterscheiden.

In Bewerbungsbestätigungen ist das sicherste Format, um Diskriminierungen zu vermeiden, »Guten Tag –Vorname- -Nachname-«(z.B. Guten Tag Marcela Muster als Anrede zu verwenden. Sie versenden bisher keine Bewerbungsbestätigungen? Dann lassen Sie sich von unserem Blogartikel »Bewerbungsbestätigungen: Der erste Eindruck zählt!« davon überzeugen. (https://www.onapply.de/recruiting-wissen/bewerbungsbestatigungen)

Aufatmen: Keine Klage ohne Bewerbung!

Das Vermeiden von diskriminierenden Aussagen, Phrasen oder Anforderungen ist ohne Frage sehr wichtig. Im Klagefall haben mögliche Strafen in der Regel zwei Dimensionen:

Entweder kann der Kläger Anspruch auf Erstattung des entstandenen Verdienstausfalls erheben. Dies können bis zu drei Monatsgehälter sein. Oder der Kläger verlangt Schmerzensgeld, weil er oder sie Opfer von Diskriminierung wurde.

Allerdings kann Sie niemand allein wegen der Existenz einer nicht AGG-konformen Stellenanzeige verklagen. Klagen kommen stattdessen vor allem von abgelehnten Bewerbern. Diese beklagen dann, dass Ihre Ablehnung nicht rechtens ist, weil die in der Stelleanzeigen gestellten Anforderungen nicht AGG-konform sind. Je weniger der Sie zuvor auf AGG-Konformität geachtet haben, desto größer wiegt dann natürlich die Beweislast ist.

So sind Sie auf der sicheren Seite

Überprüfen Sie Ihre Stellenanzeigen, Ihre Stellentitel, Ihr Bewerbungsformular und Ihre Bewerbungsbestätigung darauf, ob Sie Anspielungen auf

  • Geschlecht (m/w/d)

  • Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft

  • der Religion oder Weltanschauung,

  • einer Behinderung

  • Alters

enthalten. Wen nicht, sind Sie auf der sicheren Seite. Wenn Sie sich dennoch nicht ganz sicher sind, lassen Sie Ihre Anzeige vor der Veröffentlichung von Ihrer Rechtsabteilung oder einem Rechtsexperten überprüfen.

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