STELLENANZEIGE SCHALTEN
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Was sollte in einer Stellenanzeige stehen?

Geschrieben von Malte Weiss

Formulieren Sie Stellenanzeigen, die Ihre Bewerber begeistern.

Laptop und eine Person, die etwas in ein Notizbuch schreibt

Die Stellenanzeige ist der erste Berührungspunkt Ihrer neuen Mitarbeiter mit Ihrem Unternehmen. Es gilt, einen guten Eindruck zu machen, die Position bestmöglich zu beschreiben und die richtigen Personen anzusprechen. Aber der Reihe nach.

Die klassische Stellenanzeige

Eine klassische Stellenanzeige besteht aus vier Teilen:

  1. Text über das Unternehmen

  2. Aufgabenbeschreibung

  3. gewünschtes Bewerberprofil

  4. Benefits die das Unternehmen anbietet

Hinzu kommen noch Design-Elemente wie ein Bild oder Video und zusätzliche kleine, aber wichtige Infos. Fertig ist die Stellenanzeige!

Wussten Sie, dass die optimale Stellenanzeige 500 bis 749 Zeichen,
also ca. 90 bis 135 Wörter lang ist?

Der Titel Ihrer Stellenanzeige

Der Stellenanzeigentitel sollte klar und aussagefähig sein. Hier sollten Begriffe verwendet werden, die auch tatsächlich von Job-Suchenden gesucht werden. Deshalb verwenden wir bei onapply Titel wie »Vertriebsmitarbeiter« statt »Kommunikationsass mit Überzeugungskraft«. Unsere Erfahrung zeigt: egal, wie ausgefallen der Anzeigentitel ist, man wird damit höchstwahrscheinlich nicht gefunden.

Natürlich darf im Titel auch der Zusatz »(m/w)« nicht fehlen. Wer sich für die Zukunft rüsten will, kann zusätzlich noch das dritte Geschlecht berücksichtigen und den Titel mit »(m/w/d)« oder »(m/w/s)« ergänzen.

Für Bewerber*innen und Suchmaschinen ist außerdem wichtig, wo der Job lokalisiert ist (Ort) und welche Art der Anstellung erfolgt (z. B. Praktikum, Freiberuflich, Teil- oder Vollzeit).

Wussten Sie, wie der Algorithmus bei den meisten Jobbörsen funktioniert?

Die meisten Jobbörsen legen die größte Wichtigkeit tatsächlich auf den Stellentitel. Hier sollten Sie schon den Begriff eingeben, für den Ihre Stellenanzeige gefunden werden soll. Anschließend schauen sich die Jobbörsen den Text der Anzeigen an und stellen so die Relevanz für bestimmte Suchanfragen fest. Keywords oder Verschlagwortung haben entgegen der allgemeinen Auffassung die geringste Wichtigkeit. Falls ein Unternehmen also doch den Digital Ninja sucht und diese Bezeichnung in der ganzen Stellenanzeige durchzieht, in den Keywords dann "Front-End Entwickler" hinterlegt, wird das zwar berücksichtigt, aber es kann sehr gut passieren, dass die Anzeige erst auf der 138. Suchergebnisseite angezeigt wird. Sie ist also ziemlich unsichtbar.

Der Über Uns Text

Wussten Sie, dass der Über Uns Text das Element einer Stellenanzeige ist, das am häufigsten überlesen wird? Meist steht in ihm nämlich nur Blabla, das den Bewerber*innen keinen wirklichen Mehrwert bietet weil Unternehmen sehr ähnliche Beschreibungen nutzen (innovativ, Teamgeist, etc.).

Studien haben gezeigt, dass tatsächliche Infos wie z. B. die Unternehmensgröße (Mitarbeiteranzahl, Umsatz, Standorte) eher überzeugen, als der 10x Kickertisch im Aufenthaltsraum.

Wir empfehlen, den Über Uns Text kurz zu halten und auf das wichtigste zu reduzieren. Falls Sie wirklich eine besondere Unternehmenskultur leben, können Sie bei den Bewerber*innen punkten. Aber wir warnen vor: dieser Teil wird wahrscheinlich erst gelesen, wenn der Rest der Ausschreibung überzeugt hat.

Die Aufgabenbeschreibung

Bei der Beschreibung der Aufgaben gilt in Ihrer Stellenanzeige vor allem eins: bitte nicht alles bis ins Kleinste Detail aufdröseln. Wenn jemand Projekte mit über 20 Menschen leiten soll, ist es ziemliche Platzverschwendung, die Aufgabe »Bedienung von MS Office« mit in die Anzeige zu nehmen. Denken Sie immer daran, was wirklich die Kerntätigkeiten sein werden, die die Person, die Sie suchen, ausführen soll. Diese lassen sich aus der Scorecard ableiten. Bei onapply verwenden wir maximal 5 Bulletpoints für die Aufgabenbeschreibung. Sie haben richtig gelesen: Bulletpoints. Bitte verwenden Sie keinen Fließtext. Bitte, bitte, bitte nicht.

Das Bewerberprofil

Das Bewerberprofil sollte auch aus maximal 5 Bulletpoints bestehen, die Bewerber*innen erfüllen müssen. Studien haben gezeigt, dass zu viele Punkte vor allem Frauen abschrecken, sich zu bewerben weil sie denken, sie müssten allen Anforderungen gerecht werden. Männer überschätzen oft ihr Können und bewerben sich einfach. 

Die Inhalte des Bewerberprofils dürften übrigens kein Problem sein, wenn Sie gut vorbereitet sind. Wie Sie sich gut vorbereiten können, erfahren Sie in unserem Artikel »Wie finde ich den passenden Mitarbeiter?«

Die Benefits

Das Thema Benefits wird von Unternehmen oft außen vor gelassen. Aber genau hier liegt Ihre Chance, sich von anderen Arbeitgebern abzuheben.

Falls Sie Dinge anbieten, die Ihr Unternehmen besonders macht, heben Sie diese hervor. Am Besten gleich auf die Zielgruppe zugeschneidert. IT-Menschen interessieren zum Beispiel, ob sie mit einem Hochleistungs-Rechner arbeiten, Menschen im Außenvertrieb eher, welches Auto sie fahren dürfen.

Gute Nachrichten: Hier dürfen Sie mehr als 5 Bulletpoints benutzen!

AGG-Konformität

Zum Thema AGG sprechen Sie am besten Ihren Anwalt an. Ein paar Tipps können wir Ihnen jedoch geben:

In Deutschland gilt das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), das im gesamten Recruitingprozess eingehalten werden muss.
Das heißt im Stellenanzeigen-Kontext, es muss stets darauf geachtet werden, dass keine Formulierungen benutzt werden, die benachteiligen oder diskriminieren. Dabei legt das Gesetz folgende Bereiche fest:

  1. Alter

  2. Geschlecht

  3. ethnische Herkunft

  4. (religiöse) Weltanschauung

  5. körperliche oder geistige Behinderungen

  6. sexuelle Identität

Bitte schreiben Sie daher niemals Stellen für »junge dynamische Männer mit christlichen Werten im fitten Zustand« aus. Mehr Informationen zum AGG können Sie auf Wikipedia finden.

Einen vertiefenden Artikel zu diskriminierenden Aussagen in Stellenanzeigen finden Sie außerdem bei uns.

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