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4 Gründe gegen das Bewerbungsfoto

Geschrieben von Malte Weiss

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Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte. Nichts lässt Sie schneller einen Eindruck einer Bewerberin oder eines Bewerbers gewinnen, als ein Foto. Dieser Eindruck ist jedoch oft von Vorurteilen belastet. Bei onapply gilt deshalb die Devise: "Bitte schick kein Bewerbungsfoto mit". Hier erläutern wir die Gründe, die uns zu dieser Entscheidung bewegt haben.

Bewerbungsbilder beeinflussen (unbewusst) Ihre Entscheidung für oder gegen eine Person

Eine Studie der Universität Duisburg-Essen hat untersucht, wie Probanden Profilbilder von Männern und Frauen bewerten. Den Männern wurden häufiger Eigenschaften von Führungspositionen zugeordnet, den Frauen eher familiäre Werte. Und das, obwohl die Lebensläufe die gleichen waren.

Wie oft ist es Ihnen schon passiert, dass Sie eine Person unbewusst in eine Schublade gesteckt haben, ohne mehr von ihr zu wissen? Wahrscheinlich täglich. Wir haben gewisse Stereotypen so verinnerlicht, dass wir es gar nicht wahrnehmen, wenn wir Personen bestimmte Eigenschaften zuschreiben, weil das alles in unserem Unterbewusstsein passiert. Das verfälscht oftmals den ersten Eindruck, den man von einem Menschen hat.

Für uns ist das Grund genug zu sagen, dass wir unseren ersten Eindruck nicht durch ein Foto verfälschen lassen wollen.

Tipp: Um sicherzugehen, dass Sie kein Foto von Ihren Bewerber*innen bekommen, sollten Sie ihnen "verbieten", eins mitzusenden. Natürlich erhofft man sich durch die Einsendung eines Fotos einen Vorteil.

Gleichberechtigung in der Stellenanzeige, aber nicht beim Bewerbungsprozess

Für Stellenanzeigen ist im Allgemeinen Gleichberechtigungsgesetz (AGG) ganz genau geklärt, was erlaubt ist und was nicht. Bei allen nachgelagerten Prozessen im Bewerbungsprozess ist das nicht mehr so.

Durch das Verbot des Bewerbungsfotos stellen wir sicher, dass Bewerber*innen im ersten Auswahlschritt nicht benachteiligt werden können. Diese Benachteiligung muss sich übrigens nicht auf das Geschlecht oder die Herkunft beziehen, sondern kann auch passieren weil jemand vielleicht ein ungebügeltes Hemd trägt oder ein ganz schrecklicher Hintergrund gewählt wurde (wir kennen doch alle den blauen Hintergrund mit der Wölkchen-Struktur...). Selbst diese Kleinigkeiten haben Einfluss auf das Bild, das wir uns von einer*m Bewerber*in machen. 

Einen Schritt weiter gehen und die Namen in den Bewerbungsunterlagen ausblenden

Bewerbungsfotos zu "verbieten" ist schon ein guter Schritt dahin, sich nicht von Vorurteilen einnehmen zu lassen. Radikaler ist, auch die Namen der Bewerber*innen in der Vorauswahl auszublenden. 

Den Hintergrund hierfür bietet eine Studie vom Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration. Hier wurde nämlich bestätigt, dass Bewerber*innen mit ausländischen Vor- und Nachnamen Nachteile bei der Bewerbung haben. 

Wir diskutieren zur Zeit, unseren Recruiting-Teams den Namen im ersten Auswahlschritt vorzuenthalten, um eine mögliche Quelle von Diskriminierung zu entfernen.

Die besten Teams sind divers

Mehrere Studien bestätigen, dass diverse Teams besser sind als heterogene. Wir haben unsere Bewerbungsfoto-Regeln also nicht wegen des AGG gesetzt, sondern um das bestmögliche Team aufzubauen. Dafür haben wir alle Hürden, die uns im Unterbewusstsein im Weg stehen, entfernt. Das Ergebnis ist ein buntes Team bestehend aus unterschiedlichen Backgrounds, Spezialisierungen und Erfahrungsschätzen.

 

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